Das Sauerland-Museum vermittelt Regionalgeschichte auf anschauliche Weise. Besucher folgen einem Zeitstrahl durch die Jahrhunderte. Anhand von Bildern, Modellen und Zeitdokumenten können Gäste gesellschaftliche Entwicklungen nachvollziehen. Der Museumsneubau aus dem Jahr 2019 bietet Raum für hochkarätige Sonderausstellungen.
Das Sauerland ist ein Rad- und Wanderparadies, eine Erholungsoase mit vielen Waldgebieten und Stauseen. Teile der Region waren im 18. und 19. Jahrhundert für ihre starke Industrie bekannt. Iserlohn galt zeitweise als größte Industriestadt Westfalens, bevor einzelne Städte im Ruhrgebiet die Überhand gewannen. Geistliche Zentren wie Klöster und Orden spielten für die Identität des Sauerlandes eine entscheidende Rolle. Klar, dass so eine vielfältige Region ein eigenes Museum braucht, das die Besucher mit einem Rundgang durch seine Geschichte führt; ein Museum, das die kulturgeschichtliche Entwicklung von den Anfängen des ehemaligen Herzogtums Westfalen bis in die Gegenwart aufschlüsselt.
Entlang eines Zeitstrahls geht es auf drei Gebäudeebenen des Landsberger Hofes – einem historischen Stadtpalais nach französischem Vorbild – auf eine spannende Entdeckungsreise: Ein Erlebnisbereich zu den Themen Altsteinzeit und Mittelalter führt Gäste im Untergeschoss mit Originalfunden aus der Balver Höhle und dem Skelett eines 80 000 Jahre alten Höhlenbären in die kurzweilige Schau ein.
Im Erdgeschoss spüren Geschichtsfans der Blütezeit des Herzogtums nach, lebensgroße Portraits von bedeutenden Bischöfen und Kurfürsten erzählen von Pomp und Gloria. Das Modell des nahegelegenen Klosters Wedinghausen hilft dabei, die Bedeutung geistlicher Zentren für Bildung und Kultur zu verstehen.
Das historische Regionalmuseum behandelt mit seinen vielen Exponaten neben historischen auch kulturelle Aspekte: Das wird Gästen besonders im Obergeschoss deutlich, das die Region zu Zeiten Napoleons, des Preußischen Königreichs, der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus in den Blick nimmt. Nicht weit entfernt von Militäruniformen, Flaggen und Mobiliar sorgt ein Wahl-O-Mat für das Jahr 1932 für „Aha“-Momente.
Wer sich nach der umfassenden Tour durch die Jahrhunderte noch für eine hochkarätige Sonderausstellung interessiert, kann dem eindrucksvollen Museumsanbau einen Besuch abstatten. Er ist seit seiner Eröffnung im Jahr 2019 über eine Brücke an das Palais angeschlossen. Hier feierte bereits eine Schau zu August Macke großen Erfolg.
Auch ein genauer Blick von außen auf das außergewöhnliche Ausstellungsgebäude lohnt: Drei kubusförmigen Etagen betten sich auf der Hangkante zur Ruhrstraße anmutig in die schöne Landschaftskulisse Arnsbergs ein. Eine Erkundungstour durch den mittelalterlichen Stadtkern oder die Rüdenburg-Ruine stärken im Anschluss den Eindruck.